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Teilprojekt C

Resilienz fördern – Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Zukunft entwickeln

Resilienz – dieser Begriff ist heutzutage in aller Munde. Im zweiten und dritten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist Resilienz zu einem Modewort geworden. In zahlreichen Fachdisziplinen, Anwendungs- und Politikfeldern wird der Begriff der Resilienz mittlerweile genutzt und wirkt wie der Schlüssel zur Bewältigung der Herausforderungen einer zunehmend komplexen Moderne und ihrer verschiedenartigen Krisenphänomene. Die Relevanz des Begriffs für die öffentliche Debatte ist ausgehend von den Erfahrungen der Wirtschafts-, Finanz- und Fiskalkrise von 2007/2008, der sich weiter verschärfenden Klimakrise sowie der Energie- und Inflationskrise infolge des Ukraine-Krieges deutlich gewachsen. Diese multiplen Krisen haben Spuren hinterlassen und führen teilweise auch weiterhin zu Verunsicherung. Hier gilt es, Antworten der Erwachsenenbildung zu geben.

Der Gütesiegelverbund will mit diesem Projekt die Resilienz und damit die Professionalität von Multiplikator*innen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung NRW fördern, die Qualifizierung von Multiplikator*innen für verschiedene Handlungsfelder der Resilienz und Nachhaltigkeit stärken, sowie Gestaltungskompetenzen für ein lösungsorientiertes Handeln entwickeln. 

In einem breiten Resilienzverständnis sind nicht nur die durch gesellschaftlichen Wandel, Umbrüche, Problem- und Fehlentwicklungen mitverursachten Belastungen, Verunsicherungen, Risiken oder Krisen individuell zu bearbeiten, sondern die verschiedenen Aspekte und Ebenen zusammen zu denken. Dabei gilt es, Resilienz fördernde Kompetenzen bei Multiplikator*innen, Mitarbeitenden, Lehrkräften und pädagogischen Schlüsselpersonen zu stärken.

Die Verbindung von Resilienz und Nachhaltigkeit und nachhaltigem Handeln ist von hoher bildungspraktischer Relevanz. Für die Ausgestaltung des Projekts beziehen wir uns dabei ausdrücklich auf aktuelle bildungspolitische und Nachhaltigkeits-Diskurse.


Es lässt sich anknüpfen an BNE als einem „lösungsorientierten Bildungskonzept einer resilienten und partizipativen Bildung, die Menschen befähigt zum nachhaltigen Gestalten ihrer Lebenswelt und lässt sie Selbstwirksamkeit erfahren.“ (vgl. Nationale Plattform BNE)

Welche Kompetenzen zur Stärkung von Resilienz und Nachhaltigkeit für ein lösungsorientiertes Handeln notwendig sind und in welchen Lernprozessen sie erworben oder gefördert werden können, soll ein wesentlicher Gegenstand des Projekts sein. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, wie die Kompetenzentwicklung in nachhaltigen Bezügen (Werteorientierung, Verhaltens- und Handlungsmuster) strukturell gestützt werden kann.

In der Erwachsenenbildung kann Resilienz als Schlüsselkompetenz betrachtet werden, die es den Lernenden ermöglicht, mit Herausforderungen des Lebens besser umzugehen.

 


Konkret bedeutet dies, dass ein Fokus auf die Stärkung der Resilienz in der Erwachsenenbildung dazu beitragen kann, dass Lernende besser in der Lage sind sich selbst zu reflektieren, Hindernisse zu überwinden und schwierige, herausfordernde oder unvorhergesehene Situationen nachhaltig zu meistern.

 

Ansprechpartnerin für das Teilprojekt C:

Marita Klawe (bne@guetesiegelverbund.de

Resilienz-Fortbildung für Qualitätsmanagementbeauftragte

Im Rahmen des Teilprojekts C startet Anfang September 2023 eine spezifische Resilienz-Fortbildung für Qualitätsmanagementbeauftragte in der Erwachsenenbildung. Ziel des Angebots ist, durch das Erleben von Gelassenheit, Sicherheit und Stärke in herausfordernden Situationen nachhaltig die Selbstwirksamkeit zu stärken und durch die eigene Resilienz einen Beitrag zur Steigerung der Resilienz der gesamten jeweiligen Erwachsenenbildungs-Organisation zu leisten. Das Angebot wird im Rahmen der Kampagne “Ausbalanciert durch Weiterbildung – resilient und zukunftsoffen – Resilienz fördern – Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Zukunft entwickeln” durchgeführt. Hier (pdf ) findet sich die detaillierte Angebotsbeschreibung.

Resilienz fördern-Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Zukunft entwickeln - Projektergebnisse und Impulse für die Weiterbildung

Resilienz fördern-Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Zukunft entwickeln - Projektergebnisse und Impulse für die Weiterbildung


1.    Einleitung
Das Thema Resilienz hat in den letzten Jahren erhebliche gesellschaftliche und bildungspolitische Aufmerksamkeit erfahren und hat dadurch auch für die Weiterbildung eine neue Bedeutung bekommen.


Dabei weist der Resilienz-Begriff eine Vielzahl von Facetten auf und verweist auf eine Reihe von relevanten Handlungsfeldern. Er ist nicht nur ein kurzfristiger Modebegriff, sondern greift beobachtbare zeitdiagnostische Entwicklungen (schwerwiegende Belastungen, Erschöpfungs- und Stress- Syndrome, multiple gesellschaftliche Krisen, Störungen und Fehlentwicklungen) auf, die sowohl auf einzelne Menschen, Gemeinschaften (wie zum Beispiel Familien), Organisationen als auch auf Gesellschaften und ihre verschiedenen Handlungsfelder bezogen sind.
Eine besondere Stärke des Resilienz-Begriffs ist seine vielfältige Anwendbarkeit, seine Handlungsorientierung zur Lösung unterschiedlicher praktischer Probleme in individuellen und gesellschaftlichen Kontexten.


Die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit verschiedenen Resilienzkonzepten kann auch für die Weiterbildung eine wichtige Grundlage sein, bisherige Resilienzangebote zu überdenken, konzeptionell neu zu konfigurieren und auch praktisch weiterzuentwickeln.


In unseren Vorannahmen sind wir von einem erweiterten Resilienzverständnis ausgegangen, um zu ermöglichen, dass das Thema Resilienz in der Weiterbildung noch stärker akzentuiert werden kann und bewährte Praxis-Ansätze auch durch kooperativen Austausch verstetigt werden können.
Durch die Kooperation mit anderen Teilprojekten soll ein Beitrag geleistet werden zur weiteren Professionalisierung und zur Stärkung des Handlungspotenzials der Weiterbildung und ihrer Praxis.

2.    Resilienz in der aktuellen Praxis der Weiterbildung
Von den Praktiker*innen und Expert*innen der Weiterbildung wird Resilienz als wichtiges Thema der Weiterbildung angesehen. Es zeigt sich auch hier eine der Stärken der Weiterbildung, auf gesellschaftliche Entwicklungen und Trends zu reagieren und diese in angemessene und bedarfsgerechte Bildungsangebote zu transformieren.


In der Rückschau lässt sich feststellen, dass Angebote zur Stärkung von Resilienz trägerübergreifend seit längerem bewährter Bestandteil in den Bildungsprogrammen gewesen sind. Dabei lag häufig ein besonderer Akzent auf der Gesundheitsbildung. insbesondere geht es um psychische und physische Gesundheit, um Stressmanagement und Entspannungstechniken, Achtsamkeit und Selbstfürsorge und generell um die Stärkung der Widerstandskräfte im Umgang mit hohen Belastungen, Lebensproblemen, Umbrüchen und Krisen.
Aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre und nicht zuletzt der Corona-Krise mit ihren Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche hat das Thema Resilienz insgesamt einen neuen Schub bekommen und die Nachfrage nach den entsprechenden Angeboten hat deutlich zugenommen.


Angebote zur Beschäftigung mit dem Thema Resilienz finden sich in unterschiedlichen Handlungsbereichen:

  • In Bildungsprogrammen

  • In Fortbildungen und Qualifizierungen von hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie Führungskräften

  • In der eigenen Organisation als Organisationsentwicklung (was macht eine resiliente und zukunftsfähige Organisation aus?)

  • In der Qualifizierung von Multiplikator*innen insbesondere im Bereich Beratung, Coaching, Supervision

  • Im didaktisch-methodischen Design von Veranstaltungen und der Organisation von Lernprozessen zeigt sich bei dieser Thematik überwiegend ein ganzheitliches (und zum Teil systemisches) Lernkonzept, das verschiedene Ebenen eines umfassenden Lernens mit einbezieht:

    • Die kognitive Ebene (Wahrnehmen, analysieren, verstehen, deuten und beurteilen)

    • Die emotionale Ebene

    • Die mentale Ebene (Denk- und Verhaltensmuster, Haltungen und Sinnbezüge, Wertefragen)

    • Die Verhaltens- und Handlungsebene (Lösungsorientierung, persönliche Weiterentwicklung)

Insgesamt sind Entwicklungsstand und Bedeutung in den Bildungsprogrammen und der konzeptionellen Ausrichtung der Weiterbildungseinrichtungen recht unterschiedlich ausgeprägt. Für einen Transfer in die Breite der Bildungslandschaft wird noch Entwicklungsbedarf, aber auch Potenzial gesehen.


3.    Resilienzverständnis als handlungsleitende Kategorie für die Bildungsarbeit

Das Resilienzverständnis hat sich bei den im Projektbeteiligten Weiterbildungseinrichtungen als sehr heterogen herausgestellt.


In einem stark subjektorientierten Verständnis wird der Fokus Persönlichkeitsbildung und Förderung der psychisch-physischen Gesundheit und Gesundheitsvorsorge besonders hervorgehoben. Der Umgang mit Belastungen, Überlastungen, Krisen und Lebenskrisen spielt eine besondere Rolle.


Ein erweitertes Verständnis von Resilienz geht über den Individuums Bezug hinaus und nimmt auf der Grundlage eines ganzheitlicheren Blicks systemische Faktoren mit auf. Es geht dabei auch um gemeinschafts- und gruppenbezogene Resilienz (zum Beispiel von Familien), von Organisationen und Betrieben, von Mitarbeitenden, Fragen der Gestaltung von Arbeitsverhältnissen und gesellschaftliche Kontexte eine größere Bedeutung haben.
Die damit verbundenen gravierenden und rapiden Veränderungen in der Arbeitswelt, der Gesellschaft und bei den anstehenden Transformationsprozessen haben Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche. In diesem größeren Zusammenhang stellt sich verstärkt die Frage auch nach einer systemischen Resilienz und einer erforderlichen Handlungs- und Gestaltungskompetenz für die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen.

4.    Möglichkeiten der Verbindung von Aspekten einer nachhaltigen Entwicklung mit Resilienz-Konzepten

Hier haben wir es mit einer Fragestellung zu tun, die bei längerer Beschäftigung durchaus von Bedeutung sein kann. Wie und ob sich die beiden unterschiedlich gewachsenen Konzepte verbinden lassen und welche Berührungspunkte es gibt, darüber gibt es sicher noch vertieften Diskussionsbedarf.


Von daher ist es nicht überraschend, dass die Antworten auf die Frage der Verbindung von Resilienz und Nachhaltigkeit sehr heterogen ausfallen. Die Interview-Teilnehmer*innen fanden es interessant, Resilienz noch einmal in einem erweiterten Kontext zu betrachten. Gesehen wurde auch die Notwendigkeit, sich konzeptionell und mit den Folgen für die praktische Bildungsarbeit intensiver und vertieft zu befassen.


Als innerlich-thematisch verbindende Aspekte oder Bausteine werden unter anderem genannt, dass gesellschaftliche Krisen (unter Einbeziehung der Klimakrise) sich auf viele gesellschaftliche und individuelle wie gemeinschaftsbezogene Bereiche auswirken und hier nach Lösungen gesucht werden müsse.


Eine der Voraussetzungen dafür sei die Förderung von Kompetenzen, damit Menschen, Gemeinschaften und gesellschaftlichen resilienter und die Zukunft nachhaltiger wird.

5.    Angestrebte Ziele und Kompetenzentwicklungen bei Resilienzangeboten

Resilienzangebote werden bei den beteiligten Einrichtungen als wichtiger Teil der Persönlichkeitsbildung angesehen. Zu den generellen (überwiegend subjektbezogenen) Zielen, die mit den Bildungsangeboten angestrebt werden, gehören insbesondere:
die Stärkung der Persönlichkeit, um große Herausforderungen sowohl im Lebensalltag als auch in der Arbeitswelt und im beruflichen Kontext gut zu bestehen und Belastungen ohne schwerwiegende Krisen bewältigen zu können

  • Die Stärkung von Menschen, um sie individuell und in ihrem gesamten gesellschaftlichen Umfeld resilienter zu machen

  • Das Individuum handlungsfähiger zu machen in einer komplexen und komplexer werdenden gesellschaftlichen Umwelt und sie auch im Blick auf Krisen resilienter zu machen

  • Die Stärkung von Selbstwirksamkeit, Selbstverantwortung und Empowerment zur gesellschaftlichen Teilhabe

  • Die Förderung der psychischen und physischen Gesundheit und Belastbarkeit (Stress-Resilienz)

  • Stärkung des Systems Familie und Stärkung von Eltern in ihrem Erziehungshandeln

  • Stärkung der Organisation zur Ausrichtung auf Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit im Umgang mit Veränderungen

  • Verankerung von Resilienz in den Prozessen der Organisation durch organisationales Lernen und die Verankerung in den Kulturen

  • Bildung und persönliche Entwicklung der Entscheidungsträger und Führungskräfte zum gesundheitsbewussten Führen, zur Förderung von Resilienz von Mitarbeitenden, zur Personalförderung und Teamentwicklung

 

6.    Schlüsselkompetenzen für Resilienz und Nachhaltigkeit-- eine Zukunftsperspektive

Resilienz und Nachhaltigkeit sind zwei Konzepte, die zunächst in je verschiedenen Kontexten Anwendung finden, gleichzeitig, aber auch eng miteinander verbunden sind und sich auf verschiedene Weise ergänzen. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Herausforderungen und ihre mögliche Bewältigung.


Dabei geht es um vielfältige Formen von Krisen, um individuelle Lebenskrisen mit schwierigen belastenden Lebensumständen wie auch um gesellschaftlich bedingte multiple Krisen, die mit Störungen, Disruptionen, existenziellen Bedrohungen und chronischem Stress für das individuelle und gesellschaftliche Leben verbunden sind. Daher sind neben dem psychosozialen System (Individuum) auch soziale, ökologische und ökonomische Systeme in ihren wechselseitigen Abhängigkeiten in den Blick zu nehmen.


Im Nachhaltigkeitsdiskurs erfährt Resilienz inzwischen eine größere Aufmerksamkeit, wenn es darum geht, die Fähigkeit eines Systems, von Gemeinschaften (lokal und regional) und Gesellschaften zu erhöhen, eine flexible Anpassungsfähigkeit zu entwickeln, um sich verändernden Bedingungen zu stellen und damit verbundene Probleme zu bewältigen, aber auch darum, langfristig „krisenfester“ zu werden.


Mit Nachhaltigkeit kann auch das bezeichnet werden, was standhält, was für die Zukunft tragfähig ist, was auf Dauer angelegt und was resilienter ist. Nachhaltigkeit zielt auf ein alle gesellschaftlichen Lebensbereiche umfassendes Handeln.


Dazu ist eine Korrektur von Fehlentwicklungen genauso erforderlich wie die Entwicklung von nachhaltigen Praktiken zur Stärkung einer „transformativen Resilienz“, ein Begriff, bei dem Veränderungsbedarf und Zukunftsentwicklungen miteinander verknüpft sind.


Transformative Resilienz bietet ein erweitertes Resilienzverständnis, bei dem davon ausgegangen wird, dass Veränderung und Wandel unvermeidliche Bestandteile des Lebens und häufig eine Voraussetzung zur Bewältigung von Krisen, Traumata und schweren Belastungen sind.
Bei der transformativen Resilienz geht es darum, nicht nur einzelne Personen, sondern auch Gemeinschaften, Organisationen und Gesellschaften mit ihren Teilsystemen widerstandsfähig, anpassungsfähig und zukunftsfähig zu machen und zu einer positiven und nachhaltigen Entwicklung beizutragen. 


Im Nachhaltigkeitsdiskurs und den verschiedenen Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) der Agenda 2030 sind als Zielvorstellungen unter anderem nachhaltige und resiliente Städte, nachhaltige Infrastrukturen, eine nachhaltige Gesundheitsversorgung, die Sicherung nachhaltiger Ernährungsgrundlagen, eine nachhaltige Lebensweise und eine “Nachhaltigkeitspolitik als Schlüssel zu Stabilität, Sicherheit und Resilienz“ anvisiert.

7.    Was verbindet Resilienz und Nachhaltigkeit?

  • Gemeinsam geht es bei Resilienz und Nachhaltigkeit insbesondere darum, Ressourcen zu mobilisieren, um Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen und Krisen zu stärken sowie Selbstwirksamkeit und Veränderungsfähigkeit zu entwickeln.

  • Folgende Komponenten spielen verbindend eine besondere Rolle:

  • langfristiges Denken

  • systemisches Denken (Berücksichtigung komplexer Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Aspekten)

  • proaktive Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Lernfähigkeit zur Zukunftsgestaltung

  • soziale Unterstützung, Zusammenarbeit von Individuen, Gemeinschaften und sozialen Netzwerken

8.    Kompetenzen für Resilienz und nachhaltige Entwicklung

Resilienz und Nachhaltigkeit ergänzend und zusammen zu denken, bietet eine gute Grundlage, das Resilienzkonzept zu erweitern und für verschiedene Handlungsebenen fruchtbar und anwendbar zu machen.


Dabei lassen sich individuelle, gemeinschaftliche und gesellschaftlich-systemische Perspektiven aufeinander beziehen bzw. miteinander verknüpfen.


Weiterbildung und Bildung können mit Blick auf unterschiedliche Zielgruppen, Organisationen und ihre Entwicklung mit vielfältigen Lernkontexten und Formaten einen wichtigen Beitrag leisten, Resilienz zu fördern und dabei die Prinzipien der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen und einzubeziehen.


Zur Stärkung von Resilienz und Nachhaltigkeit kann die Kompetenzentwicklung und -förderung in unterschiedlichen Bezügen eine Rolle spielen:

  • Kompetenzentwicklung in Lebenswelt und Alltag (Individuums bezogen)

  • Kompetenzentwicklung in der Familie

  • Kompetenzentwicklung in Organisationen, Gemeinschaften und in der Gesellschaft


Sowohl bei Resilienz als auch bei Nachhaltigkeit liegt ein Fokus auf Handlungs- und Gestaltungskompetenz, weil es um die Überwindung von blockierenden Fehlentwicklungen, um Veränderungen und die Entwicklung und Verstetigung neuer nachhaltiger Lösungsmuster geht. Einige wichtige Kompetenzen zur Förderung von Resilienz und Nachhaltigkeit sind:

  • Entwicklung von Handlungskompetenz/Gestaltungskompetenz (Offenheit für Veränderungen, Mitgestaltung, Partizipation, Verantwortung wahrnehmen und Entscheidungen treffen)

  • Soziale Kompetenzen (Fähigkeit zur Kommunikation, zur Kooperation, zur Empathie, zum Konfliktmanagement)

  • Wertekompetenz (handlungsleitende Sinngrundlagen reflektieren, sich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen, nachhaltige Lebensweisen und Demokratiekompetenz entwickeln)

  • Problemlösungskompetenz (Probleme wahrnehmen, analysieren, nachhaltige Lösungen finden und umsetzen)

  • Personale Kompetenzen und Selbstkompetenz

  • (Selbstbewusstsein und emotionale Stabilität entwickeln, mentale und psychische Ressourcen aufbauen bzw. stärken, Selbstwirksamkeit erfahren, soziale Unterstützung nutzen, neues Verhalten dauerhaft stabilisieren)

  • Kognitive Flexibilität (verschiedene Optionen abwägen, Chancen wahrnehmen, multiperspektivisch denken, Offenheit für neue Denk- und Verhaltensweisen, Lernfähigkeit weiterentwickeln)

  • Antizipatorische Kompetenz (Zukunftsorientierung, die Fähigkeit, langfristig zu denken und nachhaltige Ziele zu verfolgen, Auswirkungen und Folgen gegenwärtigen Handeln berücksichtigen, eigene und kollektive Schritte für Veränderungen erproben)

 

9.    Resilienz-Coaching – Kompetenzentwicklung für Multiplikator*innen
Ein wesentliches Anliegen dieses Projektes war es, die Professionalität von Multiplikator*innen der gemeinwohlorientierten Weiterbildung NRW durch Qualifizierung für verschiedene Handlungsfelder der Resilienz und Nachhaltigkeit zu fördern. Besonders in den Blick genommen wurde hier die Zielgruppe der Qualitätsbeauftragten (QMB), die sich in hohem Maße vielseitigen, herausfordernden und anspruchsvollen Aufgaben stellen müssen.
In einem Resilienz-Coaching lernten die Teilnehmenden Strategien, um besser auf Anforderungen vorbereitet zu sein. Dazu gehörten beispielsweise Techniken zur Stressbewältigung, Selbstmanagement und Selbstreflexion. Die individuelle Begleitung und Unterstützung waren weitere wichtige Aspekte des Resilienz-Coachings.
Wesentliche Faktoren für ein effektives Resilienz-Coaching sind:

  • Entwicklung eines tieferen Verständnisses in die eigenen Stärken, Ressourcen und Fähigkeiten

  • Identifizierung und Bewältigung von persönlichen Stressoren

  • Förderung von Anpassungsfähigkeit und Flexibilität: Entwicklung von Strategien, um sich an Veränderungen anzupassen und alternative Perspektiven zu entwickeln

  • Entwicklung von Problemlösungskompetenzen

  • Identifizierung und Aufbau und Ausbau von sozialen Unterstützungssystemen

  • Förderung der Selbstfürsorge für das eigene körperliche und emotionale Wohlbefinden

  • Förderung positiver und konstruktiver Denkmuster


Die Methode des Resilienz-Coaching wurde als sehr praktisch und gut anwendbar bewertet. Die Teilnehmenden konnten bei Abschluss des Resilienz-Coachings bereits erste Erfolge bei der Umsetzung herausfordernder Vorhaben verzeichnen. Durch eine veränderte Selbstwahrnehmung und durch die Kenntnis der Resilienzfaktoren wurden z.B. Kommunikation und Arbeitsweisen verändert. Die Selbstwirksamkeit konnte durch den Einsatz verschiedener Strategien wie eine optimistische Haltung, erhöht werden. Die Wichtigkeit von Klarheit und Struktur führte bei Teilnehmenden zu mehr Motivation und Gelassenheit.


10.    Resümee – Impulse für die Weiterbildung
Die vielfältigen Aktivitäten des Projekts „Resilienz fördern - Gestaltungskompetenz für eine nachhaltige Zukunft entwickeln “ haben einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass das Thema Resilienz in der pluralen Weiterbildungslandschaft künftig einen größeren Stellenwert einnehmen und noch stärker in der Breite platziert werden kann.


Die sich abzeichnende vermehrte Nachfrage nach Angeboten aus diesem Themenbereich bietet eine gute Voraussetzung für den weiteren Ausbau entsprechender Angebote in der Weiterbildung. Die Förderung von Resilienz kann damit als wichtiger Bestandteil moderner Bildungsstrategien in der Weiterbildung angesehen werden.


Anregungen für die Zukunft zur Weiterarbeit und -entwicklung der Resilienzförderung:

  • Konzeptionelle Weiterentwicklung zu Resilienz- als Grundlage für die inhaltliche 

  • Resilienzangebote zielgerichtet und bedarfsgerecht weiterentwickeln (Evaluation von laufenden Angeboten im Blick auf Zielgruppen, Formate, Themen unter Berücksichtigung der Bedeutung für die einzelnen Bildungsbereiche der allgemeinen Bildung, der Gesundheitsbildung, der beruflichen Bildung, der politischen Bildung und der Familienbildung

  • Die Verbindung von Resilienz und Nachhaltigkeit als eine mögliche Zukunftsaufgabe der Weiterbildung praxisnah reflektieren

  • Qualitätsentwicklung, Personalentwicklung und Organisationsentwicklung integriert betrachten und das Resilienzförderung als Support für die Praxis einbinden

  • Fortbildung von Multiplikator*innen als Schlüsselpersonen für den Transfer in die Breite

  • Qualifizierung, Austausch und Vernetzung sowie weitere Forschung und wissenschaftliche Begleitung, Kooperation von Expert*innen der Praxis und der Wissenschaft

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